Wege 3: Ästhetik – (Dys-)funktionale Ästhetik

»edition fatal« setzt auf (dys-)funktionale Ästhetik. Was ist damit gemeint? – Die aktuell festzustellende Ästhetisierungstendenz im Rahmen des globalisierten Kapitalismus und seiner flexibilisierten Produktion bedeutet, wie Fredric Jameson treffend feststellte, eine »Pasti­chisierung« und »Verflachung« der (postmodernen) Kultur. Aber das Ästhetische ist (auch für Jameson) zugleich immer ein mögliches Einfallstor für widerständige Differenz, indem es sich der Vereinheitlichung und dem identifizierenden Denken entzieht.

Unter anderem deshalb sah Adorno in seiner »Ästhetischen Theorie« alleine im Bereich des Ästhetischen, der Kunst, einen möglichen Ort kritischer Opposition zur alles dominierenden instrumentellen Logik des (spät-)kapitalistischen Systems. Gleichzeitig ist natürlich, wie Wolfgang Haug in seiner wegweisenden »Kritik der Warenästhetik« darlegte, die ästhetische Präsentation und Verpackung – als leere, funktionslose Hülle – ein bloßes Vehikel zur Mehrwertsteigerung.

Das Ästhetische ist also »doppelt codiert«. Diese Doppelcodierung nutzen wir für unsere Ziele und bauen auf das subversive Potential von Ästhetisierung. Wir gestalten also alle unsere Publikationen mit hohem ästhetischem Aufwand. Dabei verzichten wir jedoch nicht auf kritische Inhalte und bewirken so deren ästhetisch »verkleidete« Transportierung. Zugleich wollen wir das Medium der Ästhetik nicht von seiner Funktion trennen: Wir verwenden ein ästhetische ansprechendes, jedoch nicht überzogenes, einfaches und klares Layout, das nicht von den Inhalten ablenkt (siehe Layoutgrundsätze).